07. Juli 2008
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Nachrichten aus dem Bereich Gesundheit und Medizin

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Nachricht schließenEU Beratung über Patienteninformation

4.06.2008
Deutsche Rheuma-Liga warnt: Kein Freibrief für die Pharmabranche bei der Information von Patienten

Bonn, 4. Juni 2008. Die Deutsche Rheuma-Liga setzt sich gegenüber der EU-Kommission für die qualitative Weiterentwicklung und den Ausbau nicht-kommerzieller Informationsangebote ein. Dabei sollten auch Angebote zu ergänzenden Methoden außerhalb der Schulmedizin verfügbar sein. Auf keinen Fall darf es zu einer Ausweitung der Patienteninformation durch die Pharmaindustrie kommen, mahnt die Deutsche Rheuma-Liga.

Die Europäische Kommission hat einen Fragenkatalog vorgelegt, in dem erste Ideen für eine Europäische Richtlinie zur Patienteninformation enthalten sind. Aus Sicht der Deutschen Rheuma-Liga sind grundsätzlich alle Maßnahmen zur Information von Patienten daran zu messen, ob sie Patientenverständlich, fachlich korrekt und unabhängig von finanziellen Interessen über alle Diagnose- und Therapiemaßnahmen informieren. Sie sollen Betroffene darin unterstützen, sich zwischen verschiedenen Therapiemöglichkeiten zu entscheiden.

Problematisch wird es für Rat Suchende, wenn sie auf vermeintliche Ratgeberseiten im Internet stoßen. "Wir empfehlen immer zunächst kritisch ins Impressum zu schauen", rät Ursula Faubel, Geschäftsführerin der Deutsche Rheuma-Liga. Oft lässt sich nur dort feststellen, wer wirklich hinter den Informationen steckt. Bei Pharmaherstellern oder Anbietern anderer kommerzieller Therapieangebote ist Skepsis angesagt. "Selbst wenn keine Produktnamen erscheinen, werden doch häufig die Vorzüge von Wirkprinzipien bestimmter therapeutischer Interventionen in den Vordergrund gerückt. Hier brauchen wir mehr Transparenz." fordert Ursula Faubel.

In den letzten Jahren wurden aufgrund der zunehmenden Unübersichtlichkeit von Patienteninformationen von unterschiedlichen Seiten Versuche unternommen, Qualitätsmerkmale zu definieren und Patienteninformationen zu überprüfen. Diese Aktivitäten befinden sich jedoch erst in den Anfängen. Die Deutsche Rheuma-Liga sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, den Betroffenen qualitativ hochwertige und unabhängige Informationen bereit zu stellen. 16 Broschüren und 60 Kurzinformationen sowie umfangreiches Material im Internet stehen zur Verfügung.

Stellungnahme der Deutschen Rheuma-Liga zur Erarbeitung einer EU-Richtlinie "Patienteninformationen": www.rheuma-liga.de/home/layout2/stellungnahmen_76_72.html

Ausführliche übergreifende Informationen: www.bukopharma.de


Quelle: Deutsche Rheuma-Liga Internet: www.rheuma-liga.de

Nachricht schließenVerbesserte Betreuung Demenzerkrankter und ihrer Angehörigen

02.06.2008
Aachener DemenzNetz ist "Leuchtturmprojekt Demenz" – Am 2. Juni überbrachte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die offizielle Bestätigung

Das "DemenzNetz Aachen", ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgemeinschaft Aachener Hausärzte (AGAH), des Alexianer Krankenhauses Aachen und der Katholischen Fachhochschule NRW, Abteilung Aachen, ist vom Bundes- gesundheitsministerium in die Förderung als "Leuchtturmprojekt Demenz" aufgenommen worden. Gefördert werden bundesweit insgesamt 29 Projekte, die neue Behandlungs- und Versorgungsstrukturen für Patienten mit Demenz- erkrankungen unter Alltagsbedingungen erproben und für die insgesamt bis Ende 2009 rund 13 Millionen Euro bereitstehen. Das DemenzNetz Aachen erhält in den nächsten 22 Monaten rund 500.000 Euro. Am 2. Juni 2008 überbrachte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt persönlich die offizielle Bestätigung.

Kernpunkt des DemenzNetzes Aachen ist die Zusammenarbeit zwischen dem Hausarzt als erstem Ansprechpartner und dem Gerontopsychiatrischen Zentrum (GPZ) des Alexianer Krankenhauses, das eine Gerontopsychiatrische Gedächtnisambulanz und eine kostenfreie Beratungsstelle umfasst.

Ziele des DemenzNetzes sind eine frühe Diagnosestellung, der Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen, die Entlastung der Angehörigen und die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten und Heimeinweisungen.
Dazu nutzt das Aachener Netzwerk ein abgestimmtes Vorgehen in der Diagnostik und Behandlung, ein umfangreiches Angebot kostenloser Beratungs- und Schulungsmaßnahmen für Betroffene und Angehörige sowie zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Informationsaustauschs zwischen den ver- schiedenen Behandlungsebenen (z. B. Hausarzt, Facharzt und Pflegedienst)

Aktuell beteiligen sich bereits rund 75 der insgesamt etwa 190 Aachener Hausärzte am DemenzNetz Aachen. Betroffene und Angehörige können sich ab sofort bei ihrem Hausarzt oder im Alexianer Krankenhaus (Telefon:
02 41/4 77 01-1 53 55) über die Möglichkeiten des DemenzNetzes Aachen informieren und sich kostenlos für das Projekt einschreiben.


Quelle: Schwarz auf Weiß, Büro für Text, Redaktion und PR, Herzogenrath
Internet: www.schwarz-auf-weiss-online.de

Nachricht schließenUrlaubsplanung 2008 für Rollifahrer

18.05.2008
Jetzt barrierefreie Reisen buchen - Urlaub ohne Hindernisse

Für Rollstuhlbenutzer ist die Planung einer Urlaubsreise leider immer noch mit vielen Hindernissen verbunden.

In den Auskünften von Reiseveranstaltern, Fremdenverkehrsbetrieben und Beherbergungsbetrieben fehlen oft konkrete Hinweise über die tatsächliche Barrierefreiheit vor Ort.

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK e.V.) hat jetzt eine umfangreiche Sammlung barrierefreier Reiseziele in seinem Katalog „BSK-Urlaubsziele Programm 2008“ veröffentlicht.

Darin finden sich Angebote für Bus-, Flug-, Städte- und Studienreisen, Urlaubs- und Badereise für Gruppen - sowie auch umfangreiche Individualreiseziele in Deutschland sowie dem Ausland.

Der aktuelle Katalog 2008 kann gegen Zusendung eines adressierten und mit € 1,45 frankierten Din-A-4-Rückumschlag angefordert werden beim: BSK e.V., Reiseservice, Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim oder als pdf-Datei heruntergeladen werden: www.reisen-ohne-barrieren.eu. Weitere Infos auch unter www.bsk-ev.org.


Quelle: Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. Internet: www.bsk-ev.org

Nachricht schließenArzneimittelrückstände: Belastungen der Umwelt wirksam verringern

24.04.2008
Internationale Experten berieten in DBU, wie Pharmazie nachhaltig gestaltet werden kann

Osnabrück. Für die Lösung des Problems ist eine integrierte Strategie notwendig, die eine nachhaltige Arzneimittelentwicklung, den umweltbewussteren Einsatz der Medikamente durch Ärzte, Apotheker und Patienten sowie eine weiter optimierte Abwasserbehandlung zusammenschließt. - Dieses Fazit zogen heute am Ende einer internationalen Tagung Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Universitätsklinik Freiburg, Dr. Florian Keil, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) Frankfurt, und Dr. Hans-Christian Schaefer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Unter dem Titel "Nachhaltige Pharmazie" hatten über 50 Experten in der DBU darüber beraten, was zu tun sei, um Tonnen von Arzneimittelwirkstoffen aus Gewässern fernzuhalten und dort lebende Organismen und damit die Umwelt vor Schädigungen zu bewahren. Denn die Stoffe würden, so die Experten, im menschlichen Körper nicht komplett abgebaut und seien so stabil, dass ihnen nach dem Ausscheiden auch moderne Kläranlagen oft nichts anhaben könnten.

Vor Experten aus Forschung und Industrie sowie Vertreter der Behörden, der Wasserwirtschaft, der Medizin und der Umweltforschung betonte Kümmerer, dass Arzneimittel zwar wichtig für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen seien. Nur müsse auch darüber nachgedacht werden, wie ihr Umweltauswirkungen verringert werden könnten: "Will man Pharmazie nachhaltiger machen, muss man den gesamten Lebenszyklus von Arzneimitteln betrachten: von der Entwicklung über die Produktion und die Anwendung bis zur Entsorgung".

Wenn beispielsweise die Umwelteigenschaften der Wirkstoffe schon bei ihrer Entwicklung stärker berücksichtigt würden, könnten umweltfreundlichere Varianten bevorzugt werden. Wesentliche Fortschritte bei der Verbesserung der Umwelteigenschaften könnten in Zukunft computerbasierte Methoden zur gezielten Entwicklung von Wirkstoffteilchen liefern. Auch könnten durch das Entwickeln von Pharmaka, die zielgenauer im kranken Organismus wirkten, Dosen verringert und so das Potenzial für Umweltentlastungen erhöht werden.

Ein weiterer möglicher Ansatzpunkt, Pharmazie nachhaltiger zu machen, sei eine Einteilung von Arzneimitteln nach Umweltwirkung. Keil: "Eine solche allgemein verfügbare Umweltklassifikation ermöglicht es Ärzten in Schweden bereits heute, umweltfreundliche Medikamente bevorzugt zu verschreiben." Damit eine solche Liste auch angenommen werde, müsse das Bewusstsein von Ärzten und Apothekern für die Problematik besonders geschärft werden.

Auch wenn wesentliche Erfolge in diesen Feldern erzielt werden könnten, bleibe eine verbesserte Abwasserbehandlung unverzichtbar, so die Experten. Es müsse über nachhaltige Sanitärkonzepte nachgedacht werden, die darauf setzten, die verschiedenen Abwasserarten am Ort ihrer Entstehung getrennt zu erfassen, um so eine wirkungsvollere Reinigung zu ermöglichen. Diese bereits weit entwickelten Konzepte könnten z.B. in Neubaugebieten und in Krankenhäusern eingesetzt werden. Zudem müssten auch stärker zusätzliche Maßnahmen bei der Abwasserreinigung in den kommunalen Kläranlagen in Betracht gezogen werden.

Wenn das alles nicht helfe, müsse notfalls auch über gesetzgeberische Maßnahmen nachgedacht werden. Diskutiert wurde die Schaffung von Anreizsystemen, die die Entwicklung nachhaltiger Arzneimittel antreiben könnten. Insgesamt sei aber die Gesellschaft als Ganzes gefragt. DBU-Experte Schaefer: "Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Wir als Patienten sollten immer auch die oft bestehenden Alternativen zur medikamentösen Behandlung von Beschwerden prüfen. Und natürlich: Abgelaufene oder alte Arzneimittel gehören nicht in die Toilette, sondern in den Hausmüll, am Besten zurück in die Apotheke!"


Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Internet: www.dbu.de

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